St.-Seb. Schützenverein e.V. Düsseldorf-Holthausen 1925

Die Chronik



Am 02. Juli 1925 wurde der St.-Seb. Schützenverein Düsseldorf-Holthausen ins Leben gerufen. Am genannten Tage des Jahres 1925 kamen im Lokal Wilhelm Meisen zu Niederheid (Bonner Str. / Ecke Niederheider Str.) folgende fünf Herren zusammen, um eine Gründungsversammlung einzuberufen: Peter Krafft, Hubert Peekhaus, Willi Meisen, Wilhelm Scheffels und Fritz Kammelter.

Diese Gründungsversammlung fand am 20. Juli 1925 im Lokale von August Falkenberg statt (jetziger Eingang Falkenberg-Center). Am Gründungstage waren folgende Herren erschienen: Peter Krafft, Hubert Peekhaus , Willi Meisen, Wilhelm Scheffels, Fritz Kammelter, Josef Hallen, Peter Steinfort, Johann Dostert, Peter Pütz und August Falkenberg.

Der eigentliche Gründer war also Peter Krafft, der den Anstoß zu dieser Versammlung gab und in den ersten Jahren die Triebfeder gewesen ist und nicht locker ließ, bis der Bestand des Vereines gesichert war. Der junge Reis wuchs schnell. Schon am 03. August 1925 waren in der ersten Generalversammlung 35 Mitglieder anwesend, die dem Verein den Namen "Bürger Schützenverein Holthausen" gaben. Aber schon am 24. August 1925 fand erneut eine Generalversammlung statt. Unter dem Vorsitz des Herrn Wallner und in Anwesenheit von 61 Mitgliedern wurde der Name geändert und dem Verein den endgültigen Namen "St. Sebastianus-Schützenverein Holthausen" gegeben.

Der erste Vorstand setzte sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender: Clemens Coppenrath; 2. Vorsitzender: Peter Fehr; 1. Schriftführer: Kramer; 2. Schriftführer: Wallner; 1. Kassierer: Franz Mertin; 2. Kassierer: Josef Hallen.

Die Statuten des Vereins wurden am 01. September 1925 polizeilich genehmigt und vom damaligen Benrather Bürgermeister Melies unterschrieben. Ein Schützenfest wurde im Gründerjahr noch nicht abgehalten. Desto reger aber gestaltete sich das Innenleben des jungen Vereines. Bald schon bildeten sich die ersten Gesellschaften; am 05. Oktober 1925 bestanden bereits folgende sechs Kompanien: 1. Grenadier-Kompanie, Wilhelm Tell Kompanie, Hubertus-Kompanie, Reitercorps, Reserve-Kompanie, 1. Jäger-Kompanie.

Im Laufe einer kurzen Zeit kamen die Lützow-Jäger sowie die Jäger Kompanie Halbusch hinzu, deren Mitglieder größtenteils aus Mitarbeitern der im Jahre 1911 im Halbusch angesiedelten und aus dem Raum Aachen stammender Spiegelglasfabrik hervorging.

Schon in frühen Jahren spielte Peter Burgchartz begeistert auf der Mundharmonika seiner Mutter vor. Nach dem Tod der Mutter 1918, versuchte sich Peter Burgchartz mit seinem älteren Bruder im "Jünglingsverein" Wersten. Sein Bruder hatte ein altes Signalhorn mit dem er nicht viel anzufangen wusste. Viel lieber hätte Peter Trommel gelernt. Während des ersten Weltkrieges 1914 - 1918 war der Spielmannszug in dem die "Jünglinge" spielten, allerdings nicht mehr in Aktion gewesen. Voller Tatendrang beschlossen die "Jünglinge" das Corps wieder neu aufleben zu lassen. Für 1,- Mark pro Nase fanden sie auch einen Ausbilder der das nötige Wissen mitbrachte. Peter arbeitete sich damals schnell zum Tambour Major hoch.

Ein Streit zwischen dem Vorstand des "Jünglingsverein" und den Spielleuten im Jahre 1921 bewirkte das spontan alle Mitglieder aus dem Spielmannszug austraten und einen eigenen Verein gründeten. Das Tambour Corps in seiner heutigen Form war geboren. Einige Instrumente waren vorhanden. Mit Spenden und Anleihen verschiedener Gönner wurden die restlichen Pfeifen und Trommeln angeschafft.

Durch Umzug vieler Kameraden nach Holthausen und Beitritt neuer Spielleute die im Nachbarort bereits wohnten, wurde das Probelokal nach Holthausen verlegt.

In den folgenden Jahren nahm man viel und begeistert an zahlreichen Wettstreiten teil, bei denen fast immer ein großer Erfolg für das Tambour-Corps zu verbuchen war. Leider sind aus den Jahren 1921 bis 1947 keine Protokollbücher mehr vorhanden.

Der erste Schriftführer Kramer, der leider bereits im August 1926 wegen Wohnungswechsel sein Amt niederlegen musste, hat mit einer großen Genauigkeit und Ausführlichkeit alles festgehalten, was sich im ersten und entscheidenden Jahr im jungen Verein ereignet hat. Er beschreibt den Verlauf des ersten Titularfestes am 30. Januar 1926. Am Morgen dieses Tages wurden die Holthausener Bürger zum erstenmal durch die "Knöppeljonges" der Sebastianer aus dem Schlaf geweckt. Nach dem Hochamt zog der Festzug durch den Ort, und es konnte jeden in Erstaunen setzen, wie viel Opferbereitschaft die ersten Mitglieder bereits aufgebracht hatten, um schon vier Monate nach der Gründung mit Fahnen und Uniformen aufmarschieren zu können. Die Festversammlung mit Fahnenweihe (Schwenkfahne des Vereins) fand im Saale Falkenberg (Falkenberg-Center / Bahlenstr.) statt. Glockenschlag 24 Uhr nahm Herr Pfarrer Weißenfels das Wort, denn mit dem anbrechenden Tag, dem 31. Januar 1926, zog die Besatzung ab und das Rheinland wurde wieder frei.

Im ersten Jahr war noch mancherlei zu beraten und zu beschaffen, ehe das erste Schützenfest steigen konnte. Schießstand und Kugelfang, Festplatz, dieser war an der Itterstr. / Kaldenberger Str. in Höhe der Laurentiuskirche, und Festzelt bereiteten viel Kopfzerbrechen. Durch eine Sammlung unter den Mitgliedern wurde aus altem Silberbargeld die Königskette angefertigt und in der Zeit vom 04. bis 07. September konnte bei hellem Sonnenschein das erste Schützenfest in Holthausen gefeiert werden. Schon das erste Fest zeigte die riesige Anteilnahme der Bevölkerung. Als der Festzug unter der Führung des ersten Obersten Hubert Blau durch die Straßen zog, umsäumten die Bewohner des Ortes zu Tausenden die Straßen und nahmen regen Anteil an dem Geschehen auf dem Festplatz. Kamerad Wilhelm Strobel von der Ges. Hubertus konnte sich als erster in die Liste der Schützenkönige eintragen.

Bald nach dem Schützenfest, am 26. Oktober 1926, übernahm Herr Adolf Laufs, aus der Gesellschaft 1. Grenadiere, die Führung des Vereins als 1. Vorsitzender. Die Zahl der Mitglieger stieg rasch an und betrug 1927 bereits 229. Alle Gesellschaften hatten inzwischen ihre Fahnenweihe gehalten; die Mitglieder der einzelnen Gesellschaften unterstützen sich gegenseitig in kameradschaftlicher Weise in der Beschaffung des Inventars. Im gleichen Jahr gründete sich innerhalb der Gesellschaft Jäger-Halbusch ein Tambourcorps, so dass der Verein über zwei Spielmannszüge verfügte.



Am 03. Juni 1928 feierte die Gesellschaft Lützow Jäger ihre Fahnenweihe. An Stelle der sich 1928 aufgelösten Reserve-Kompanie bildeten sich im selben Jahr aus den restlichen Mitgliedern und der 1. Grenadier-Kompanie die Gesellschaft 2. Grenadiere. Die Gesellschaft Reserve wurde in einem anderen Rahmen erst im Jahre 1949 im Ortsteil Niederheid wieder neu ins Leben gerufen.

Auf der Generalversammlung am Sonntag, dem 28. Oktober 1928 trat aus gesundheitlichen Gründen der erste Oberst des Vereins zurück. Auch Peter Fehr, als zweiter Vorsitzender war ausgeschieden. An seiner Stelle wurde Herr Bach gewählt. Zum neuen Oberst wurde auf der Vorstandssitzung Major Peter Steinfort gewählt. Leider verstarb der beliebte Oberst schon am 04. März 1931 an einer heimtückischen Krankheit. Zu seinem Nachfolger wurde Johann Löhr gewählt.

Der junge Verein schaltete sich in das Leben der Gemeinde mit ein. Bereits aus dem Jahre 1925 liegen Sammellisten des Schützenvereins für den Martinszug in unserem Archiv. Ab dem Jahre 1926 wurden für viele Jahre die Organisation der Sammlungen und die Durchführung des Martinzuges vom Schützenverein mit großem Erfolg durchgeführt und er beschaffte erhebliche Mittel für die Bescherung der vielen hundert Kinder. Ferner gab es seit 1925 kaum eine goldene oder diamantene Hochzeit, an der der Schützenverein nicht maßgeblich beteiligt gewesen ist. Die Weihnachtsfeiern der ersten Jahre mit Bescherung der Kinder und Ortsarmen waren lange in guter Erinnerung.

Die 1933 angebrochene "neue Zeit" konnte dem Verein wieder in seinem Bestande noch in seinen Zielen etwas anhaben. Jedoch wurde auf Druck der neuen Machthaber der Vereinsname auf der Vorstandssitzung vom 01. Juli 1936 in Schützen-Verein Düsseldorf-Holthausen geändert. Die Schützen- und Patronatsfeste wurden nach wie vor, trotz aller Anfeindungen in althergebrachter Weise bis zum Jahre 1939 gefeiert. Das Schützenfest dieses verhängnisvollen Jahres stand kurz vor der Tür, alle Vorbereitungen waren getroffen. Die Wagen derSchausteller rollten bereits unter dem Geleit der erwartungsvollen Kinderschar auf den Festplatz an der Itterstraße. In der in aller Eile zusammengerufene Vorstandssitzung am 29. August 1939, wurde aufgrund der angespannten politischen Lage der Beschluss gefasst, auf die Durchführung des Schützenfestes zu verzichten und es auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

In der am 28. Januar 1940 einberufene Generalversammlung im Lokal Horres verlaß der 1. Vorsitzende (jetzt Vereinsführer genannt) Adolf Laufs ein Schreiben vom 11. Januar 1940 des Gaus X. Niederrhein des Deutschen Schützenverbandes, dass man nicht in der Lage ist, ihn weiter als Vereinsführer zu bestätigen.

Die dann in dieser Versammlung am gleichen Tage einberufene außerordentliche Generalversammlung sprach dem 1. Vorsitzenden mit 51 gegen 1 Stimme das Vertrauen aus. Dennoch konnte Adolf Laufs seine Tätigkeit als Vorsitzender nicht mehr ausüben. Auf der dann am 10. August 1940 einberufene Generalversammlung wurde Jakob Heidger von der Gesellschaft Hubertus damit beauftragt, die Geschicke des Vereins zu lenken.

Bei einer erneuten Generalversammlung am 13. November 1940 wurden, auf Vorgabe des Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen, die neuen Statuten von 32 anwesenden Mitgliedern angenommen. Bis auf die von Machthabern vorgegebenen Schießwettbewerbe ruhte, bedingt auch durch Fronteinsätze der Kameraden, das Vereinsleben während des Krieges fast völlig.

Mit Ausnahme der Fahne der Gesellschaft Jäger-Halbusch, die von den Amerikanern mitgenommen wurde, hatten die Gesellschaften ihre Fahnen behalten. Erst Ende November 1946 trafen sich verschiedene Vertreter aus sechs Gesellschaften zu einer erweiterten Vorstandssitzung um das Vereinsleben wieder zu aktivieren. Leider hatte auch der Krieg in den Reihen der Mitglieder große Lücken gerissen.

Durch den Krieg litt das Vereinsleben und so nahm das Tambour-Corps erst im Jahre 1947 seine Tätigkeiten wieder auf. Dies konnte nur durch die Mithilfe von Peter Burgchartz und Franz Theo Zander geschehen. Die musikalische Leitung übernahm Peter Burgchartz. Mit jungem Nachwuchs war die Zukunft des Vereins gesichert. Wegen der Militärregierung war es aber nicht erlaubt das ein Spielmannszug als selbstständiger Verein bestehen durfte. Um das Verbot der Militärregierung zu umgehen und inoffiziell das Vereinsleben des Tambour Corps wieder aufzunehmen, traten sämtliche Mitglieder in die Tell-Kompanie ein, so das das Tambour-Corps nun im St.-Sebastianus-Schützenverein Holthausen integriert war.

Mit dem Vorstand des Holthausener Schützenverein bzw. mit Herrn Laufs wurde folgende Vereinbarung getroffen:

Das Tambour Corps soll nach außen hin als Glied des Schützenvereins angesehen werden, jedoch in Wirklichkeit als selbständiger Verein bestehen und daher eigene Bestimmungen haben. Es sei keine Pflicht bei einer Mitgliedschaft im Tambour Corps auch gleichzeitig Mitglied im Schützenverein sein zu müssen.

Bereits am 08. Dezember 1946 fand die erste Generalversammlung unter Mitwirkung des langjährigen Vorsitzenden Adolf Laufs statt, um unter anderem über das Patronatsfest 1947 zu beraten und einen neuen Vorstand zu wählen. Adolf Laufs, wie konnte es anders sein, wurde als 1. Vorsitzender einstimmig gewählt.

Dank der Initiative des damaligen Vorstandes und der Opferbereitschaft der Kameraden konnte das erste Schützenfest nach neunjähriger Unterbrechung im Jahre 1947 im althergebrachter Weise gefeiert werden. Man hatte zwar noch kein Festzelt, gefeiert wurde im Saale Falkenberg an der Bahlenstr. (jetzt Falkenbergcenter) und geschossen wurde statt mit dem Gewehr mit einer angefertigten Armbrust. Erster König nach dem Kriege wurde der Kamerad Heinrich Güldenberg aus der Gesellschaft Lützow-Jäger.

Da der stellvertretende Vorsitzende Willi Coenenberg (Lützow) in russischer Gefangenschaft verstorben war, wurde auf der Generalversammlung am 20. Juni 1948 (Tag der Währungsreform) Hans Franke aus dem Reitercorps als neuer 2. Chef gewählt.
Am 01. August 1948 konnte die Gesellschaft Jäger-Halbusch, Dank der beiden Kameraden Willi Hampe (er stiftete das Fahnentuch) und Peter Koch (er malte sie), ihre neue Fahne weihen. Diese Feier fand im Vereinsheim in Reisholz unter großer Teilnahme der Vereinskameraden statt.

Bis zum Jahre 1950 wurde der verstorbenen Kameraden am Schützenfest mit der Kranzniederlegung beim Festgottesdienst in der kath. Kirche St. Joseph gedacht, danach wechselte man, zu dem im Jahre 1959 abgerissenen Ehrenmal, in der Grünanlage Kamper Acker. Im Jahre 1950 wurde dann unter großer Beteiligung der Holthausener Bevölkerung des wieder unter dem Namen "St. Sebastianus Schützenverein e.V. Düsseldorf-Holthausen" firmierenden Verein das 25jährige Bestehen gefeiert. Auch eine Festschrift wurde in Druck gegeben.

Im Jahre 1951 verstarb der langjährige 1. Chef, Adolf Laufs. Als neuer 1. Chef wurde Hans Franke gewählt. Ihm zur Seite stand Peter Krupp als 2. Chef. Dieser Vorstand wirkte mit Erfolg bis 1961. Hans Franke war ein Vereinschef, der sich mit ganzer Kraft seiner Persönlichkeit für das Schützenwesen und darüber hinaus für die Holthausener Bevölkerung einsetzte, es sei hier u.a. an den Ankauf und Öffnung 1954 des Heyeparks durch die Stadt Düsseldorf, gedacht. Auch wuchs der Verein ständig und im Jahre 1952 wurden die ersten Jungschützen in der Gesellschaft 2. Grenadiere und in die Gesellschaft Jäger-Halbusch aufgenommen.

Auf der Vorstandssitzung am 12. April 1951 schlug der 1. Chef Hans Franke vor, Dr. Jost Henkel das Protektorat über den Schützenverein anzutragen. Dr. Jost Henkel übernahm das Protektorat und behielt es bis zu seinem Tode.



Im Jahre 1953 gründeten die Jungschützen der Gesellschaft 2. Grenadiere eine neue Gesellschaft mit dem Namen "Gesellschaft Freischütz". In einer außerordentlichen Generalversammlung am 27. Dezember 1954 verabschiedete man eine neue Satzung, um die gesetzlichen Auflagen der Gemeinnützigkeit zu erfüllen.

Der Stadtteil Holthausen verzeichnete in den 50er Jahren einen großen Bevölkerungszuwachs. Bürger aus allen Teilen Deutschlands fanden hier eine neue Heimat. Der Verein bemühte sich, zu diesen Bürgern Kontakt aufzunehmen. Dieses führte schließlich dazu, dass im Jahre 1956 eine neue Gesellschaft zunächst mit dem Namen "Eichenkreuz" und später, da die Evangelische Kirche Bedenken gegen diesen Namen hatte, unter dem Namen "Kamper Schützen" gegründet wurde.

Die Schützenfeste wurden nach dem Krieg auf verschiedenen Plätzen gefeiert und die Platzfrage bereitete dem Vorstand erhebliche Sorgen. Seit 1957 finden die Feste regelmäßig auf dem Platz an der Baumallee (genannt Prummeallee) statt. Dabei dürfte es wohl auch in Zukunft bleiben, denn die Stadt Düsseldorf wies in ihrem Bebauungsplan dieses Gelände als Schützenplatz aus und es dient gleichzeitig als Entlüftungssschneise für die Stadt. In dem im Jahre 1980/81 erstellten Bebauungsplan hatte sich der Schützenverein auch eine Stelle für einen Schießstand ausweisen lassen. Hiervon jedoch später...

Auf einer engeren Vorstandssitzung im Juni 1961 erklärte Hans Franke seinen Rücktritt als 1. Vorsitzender. Er begründete seinen Entschluss mit der Verlegung seines Wohnsitzes in den Hunsrück. Daraufhin wurden die Mitglieder des Vereins am 15. Juli 1961 zu einer außerordentlichen Generalversammlung in das Lokal "Niederheid" (Bonner Str. / Ecke Niederheider Str.) eingeladen. Der bisherige 2. Vorsitzende Werner Jeuck wurde einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Der neue Vorstand setzte sich aus wesentlichen jüngeren Mitgliedern zusammen und bemühte sich, durch neue Impulse das Ansehen des Vereins zu steigern.

Hans Franke übernahm das Protektor, das er bis 1964 ausübte.

Im April 1962 wurde erstmals die weltliche Feier zum Patronatsfest unter dem Motto "Frühlingsfest" im Fleher Hof gefeiert.

Im Frühjar 1962 trat der bisherige Oberst Toni Zander aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Einstimmig wurde Alois Lehder aus der Gesellschaft Jäger-Halbusch als neuer Oberst gewählt. In diesem Jahr, sowie auch 1963, wirkten durch Vermittlung des Gesellschaftsführer Peter Koch (Jäger Halbusch) erstmals ausländische Kapellen im Festzug mit. Tausende Zuschauer sahen im Jahre 1962 den Auftritt der britischen Militärkapelle "Prince of Wales" und 1963 die "Irish Guards" und begeisterten sich an ihren Aufführungen. Mit diesen Kapellen verband den Verein ein enges, freundschaftliches Verhältnis.

Da es ihnen im Jahre 1962 so gut bei uns gefallen hatte, schickten uns die Musiker der Kapelle "Prince of Wales" im Jahre 1963 ein Telegramm und wünschten dem Verein ein gutes Gelingen des Schützenfestes.

Im Jahre 1963 wurde durch den Kamerad Josef Michalski (Gesellschaft Reserve) ein neuer auf- und abbaubarer Schießstand gebaut, der seinerzeit in Düsseldorf seines gleichen suchen konnte und auf dem Schützenfest 1963 seine Feuertaufe bestand.

Ferner wurde im Jahre 1963 auf Initiative des damaligen 2. Chef, Peter Burgchartz, die Gesellschaft Niederheid gegründet. Der Verein hatte damit weit über dreihundert Mitglieder. Im gleichen Jahr sammelte das Königspaar erstmals, auf Anregung von Herrn Dechant Alfons Lüttgenau, für die Kriegsgräberfürsorge. Diese Sammlungen wurden bis zum Jahre 1987 beibehalten. Bis zu diesem Termin konnte man der Kriegsgräberfürsorge ca. 33.000,- DM zur Verfügung stellen, was mit einer besonderen Ehrung, durch Überreichung einer Plakette, gewürdigt wurde. (Standartenschrank / Kolpinghaus)

Im Jahre 1964 war es leider nicht möglich wieder eine englische Militärkapelle zu verpflichten, da sie nach Malaysia verlegt wurden. Zur Verabschiedung sollte aber auf der Rollschuhbahn gemeinsam mit der damaligen Kapelle "Mindergan" ein Platzkonzert abgehalten werden. Am 07. Juni 1964 war es dann soweit. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Kameraden fand die Verabschiedung statt, wobei Ratsherr Heinz Hemming (Gesellschaft Reserve) nach dem Konzert eine Erinnerungsplakette der Stadt Düsseldorf an unsere Freunde überreichte.

1965 feierte der Verein sein 40jähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem Anlass hielt man erstmals auch eine Frühkirmes im April ab. Auch hatte man sich entschlossen eine Festzeitschrift mit Beiträgen des Vereins und der einzelnen Gesellschaften und der Heimatgeschichte von Itter - Holthausen herauszugeben. Der im Jahre 1971 verstorbenen Rektor Anton Heuser, langjähriger Hauptmann der Gesellschaft 1. Jäger, setzte sich ein bleibendes Denkmal mit seinem Beitrag in der herausgegebenen Zeitschrift, die dann vom Pressewart Klaus Dierdorf zusammengestellt wurde. Die Krönungsrede an diesem Schützenfest hielt Bürgermesiter Peter Müller.

Im Jahre 1966 wurde erstmals auf Vorschlag von Oberst Alois Lehder der Zapfenstreich auf der Rollschuhbahn, unter großer Beteiligung der Bevölkerung, abgehalten.

Die Satzung wurde erneut überarbeitet und der modernen Zeit angepasst. Der Vorstand wurde auf Zehn Mitglieder erweitert. Oberst, Platzmeister, Schießmeister und Pressewart wurden neu aufgenommen. Die Generalversammlung verabschiedete am 28. April 1968 die vorgelegte Fassung.

In den Jahren 1968 und 1969 fanden erstmals Ende April Frühlingsfeste in einem Festzelt auf dem Kirmesplatz statt. Diese Feste wurden als weltliche Feier zu unserem normalerweise im Januar stattfindenden Patronatsfest abgehalten, konnten sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen. Am 30. August 1969 übernahm Karl Weisse (Gesellschaft 1. Grenadiere) das Protektorat des Vereins, dass er bis zum Jahre 2003 mit großem Engagement innehatte. Er stand dem Vorstand mit Rat und Tat zur Seite, und der Verein schätzte seine Unterstützung.

Das Schützenfest 1969 fand dann wieder mit internationaler Beteiligung statt. Auf Veranlassung von Wilhelm Hofmann wurde der Obermurtaler Musikverein aus Stadl in Steiermark verpflichtet und herzlich in Holthausen aufgenommen. Für die Mitglieder war diese Veranstaltung in dieser Größe etwas völlig Neues und sie waren begeistert. Ferner wurde an diesem Schützenfest während des Klompenballes erstmalig ein Prominentenschießen abgehalten, an dem u.a. der Justizminister Dr. Neuberger, der Bundestagsabgeordnete Schulhoff, Bürgermeister Josef Kürten und viele Ratsherren der Stadt Düsseldorf teilnahmen. Der Bürgermeister aus Stadl gewann den ersten Preis bei diesem Schießen.

In allen Jahren war der Vorstand bemüht, den Kontakt nach außen nicht zu verlieren. Die Martinsfeste standen unter der Regie - bereits seit 1926 - des Vereins, und für die Kinderheime und anderen karitative Einrichtungen wurden Beiträge gespendet.



An den Volkstrauertagen werden der Verstorbenen und Gefallenen in Feierstunden gedacht. Zur Bundeswehr nach Montabaur wurde eine freundschaftliche Verbindung durch die Gesellschaft Reserve hergestellt. An den Festzügen nahmen neben vielen befreundeten Vereinen die Amazonen des Reitercorps und mittlerweile vieler Pagen der einzelnen Gesellschaften teil. Der viele Jahre montags abends am Schützenfest durchgeführte "Ball der Könige" entwickelte sich zu glanzvollen Abenden, an dem die einzelnen Kompaniekönigspaare im Mittelpunkt standen. Auch der modernen Zeit wurde Rechnung getragen, bei Anschaffungen neuer Uniformen wurden diese bewusst ziviler gehalten und auch auf die Verleihung von Schießorden nahm man weitgehenst Abstand.

Auf der am 29. Oktober 1971 stattgefundenen Generalversammlung wurde der Vorstand neu gewählt. Er setzte sich danach wie folgt zusammen: 1. Chef Werner Jeuck; 2. Chef Alois Lehder; 1. Schriftführer Horst Dersintzke; 2. Schriftführer Wilhelm Meisen; 1. Kassierer Ferdinand Römer; 2. Kassierer Peter Bocks; Platzmeister Wilhelm Cremer; Oberst Wilhelm Herrforth, Pressewart Klaus Dierdorf, Schießmeister Karl-Heinz Hecht.

Am Karnevalssamstag 1972 fand ein karnevalistisches Fußballspiel zwischen den Gesellschaften Freischütz und Lützow unter der Schirmherrschaft von Protektor Karl Weisse auf dem Sportplatz an der kath. Schule Itterstraße statt. Es erbrachte einen Reinerlös von 773,00 DM und wurde der Aktion Sorgenkind zur Verfügung gestellt.

Die Gesellschaft Kamper Schützen eröffneten 1972 ihren Hattrick, dreimal hintereinander stellten sie den Regimentskönig. Dies ist bis heute einmalig geblieben.

Auf der Generalversammlung am 30. Mai 1973 wurde beschlossen, dass die Altersgrenze zur Ernennung zum Ehrenmitglied von 85 Lebensjahre auf 75 Jahre herunter gesetzt wurde. Ferner wurde im Jahre 1973 ein neuer Schießstand auf der Itterstraße in der Gaststätte Linde (Lindwurm) zunächst nur für Luftgewehre in Betrieb genommen.

Im Jahre 1975 wurde das 50jährige Bestehen des Vereins mit großem Unterhaltungsprogramm gefeiert. Ein toller Festzug, mit vielen fremden Kapellen und Gastkompanien und das Reitercorps mit 120 teilnehmenden Pferden, zog durch Holthausen. Auch ein heftiger Regenschauer konnte die Freude nicht trüben.

Sieben Mitglieder wurden für ihre 50jährige Vereinstreue geehrt. Es waren dies die Kameraden: Wilhelm Hüttenbügel, Julius Ottlinghaus, Wilhelm Patzelt (alle Lützow); Anton Cohnen, Willi Steinfort, Anton Zander (alle Reitercorps) und Hubert Kröll sen. von den 1. Jägern. Auch die Kapelle aus Stadl nahm wieder an diesem Fest teil.

Bedingt durch den Bevölkerungszuwachs wurde 1975 in Holthausen eine Werbekampagne für Neumitglieder gestartet. Dies zahlte sich aus, konnten doch 30 neue Mitglieder gewonnen werden. Am 20. April 1976 verstarb der allseits beliebte Dechant Alfons Lüttgenau und hinterließ eine große Lücke in der katholischen Gemeinde und darüber hinaus. Die neu errichtete Kirche St. Laurentius an der Kaldenberger Straße bildete 1977 erstmals den Rahmen für den Festgottesdienst am Schützenfest.

Auf der Frühjahrsgeneralversammlung 1979 trat wie angekündigt Chef Werner Jeuck von seinem Posten zurück. Er leitete den Verein mit viel Umsicht und Einsatz. Die von ihm seit 1953 geleistete Vorstandsarbeit und die damit gewonnene Erfahrung kam dem gesamten Verein zugute. Er gab dem Verein viele neue Impulse und alle Veranstaltungen standen auf einem hohen gesellschaftlichen Niveau. Seinen freiwilligen Rücktritt begründete Werner Jeuck damit, dass er lange genug Chef war und diese Aufgabe nun einem jüngeren Kameraden übergeben wolle. Dieser Entschluss wurde allgemein bedauert, doch er war endgültig. Für seine Verdienste um den Verein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Generalversammlung wählte am 27. April 1979 Peter Bocks (Gesellschaft Freischütz) zu seinem Nachfolger und Hermann Becker (Gesellschaft Jäger-Halbusch) zum 2. Vorsitzenden. Der Wechsel in der Vereinsführung stellte ein bedeutendes Ereignis dar. Der neue Vorstand stellte sich zur Aufgabe, die Lücken zu schließen und das Vertrauen der Mitglieder zu erringen und die Liebe zum heimatlichen Brauchtum und deren Erhaltung zu fördern, sowie durch kameradschaftliche Verbundenheit zu pflegen.

Beim Schützenfest 1980 wurde der großen Anzahl von Jungschützen Rechnung getragen- Für den Sonntagabend wurde eine eigene Veranstaltung für die Jugend, unter dem Motto "Prinzenball", durchgeführt, der bis zum jetzigen Zeitpunkt (wenn auch in geänderter Form) Bestandteil des Schützenfestes ist.

Um in Zukunft die Jugend früh genug an das Schützenwesen heranzuführen, wurde im Jahre 1983 beschlossen, dass Aufnahmealter für Jungschützen auf 14 Jahre zu senken.

Aufgrund seiner Verdienste um das Schützenwesen wurde Platzmeister Willi Cremer im Jahre 1983 mit der Verdienstmedaille zum Bundesverdienstkreuz durch den Bundespräsident ausgezeichnet.

Das Jahr 1985 stand ganz im Zeichen unseres 60jährigen Bestehens. Für dieses Jahr waren vielerlei Aktivitäten vorgesehen. So war geplant, in einer Ausstellung den Werdegang des Vereins, sowie Gegenstände aus der Zeit, seit seiner Gründung zu zeigen. Ferner wurde beschlossen, wie beim 40jährigen Vereinsjubiläum, wieder eine Festschrift zu drucken. Auch wurden Bierkrüge mit dem Vereinsemblem für jedes Mitglied erstellt und zum Kauf angeboten.

Eine Woche vor dem Schützenfest veranstalteten wir auf dem Schulhof an der Itterstraße für die Schützen und die Bevölkerung ein Biwak.

Der Freitag vor dem Schützenfest stand dann unter dem Motto "Seniorennachmittag". Alle Senioren unseres Ortsteiles wurden zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen und einem bunten Programm ins Festzelt eingeladen.

Die Bischofsmesse am Schützenfestsonntag, zelebrierte auf Vermittlung von Protektor Karl Weisse, Weihbischof Dr. Frotz. Der gesamte Ablauf des Schützenfestes wurde auf Videofilm festgehalten. Unser Jubiläumsschützenfest blieb allen Beteiligten, auch bei der Bevölerung, in guter Erinnerung. Im September 1985, kurz nach unserem Schützenfest, wurde unserem 1. Schriftführer Horst Dersintzke die Verdienstmedaille des Verdienstordens der BR Deutschland vom Bundespräsident durch Oberbürgermeister Klaus Bungert verliehen.

Den von der Stadt Düsseldorf aufgestellte Bebauungsplan für unseren Schützenplatz war im Laufe des Jahres durch Veröffentlichung im Amtsblatt rechtskräftig geworden. Der Schützenverein beteiligte sich am Anhörungsverfahren und ließ sich eine Fläche für den Bau eines Flach- und Hochstandes ausweisen, sodass nun für uns Planungssicherheit bestand. Jedoch sollte es über 20 Jahre dauern, bevor man hiervon Gebrauch machte.

Das Tambourcorps feierte am 25.05.1986 sein 65jähriges Bestehen. Anlass genug sich eine Standarte anzuschaffen und diese an diesem Fest weihen zu lassen. Nach 28 Jahren Platzmeistertätigkeit trat Wilhelm Cremer aus gesundheitlichen Gründen bei der Herbstgeneralversammlung 1986 nicht mehr zur Wiederwahl an. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde sein Stellvertreter Peter Himpler (Gesellschaft Reitercorps) gewählt.

Zum Schützenfest 1987 hatte sich der Vorstand entschlossen am Samstagabend keine Schießpreise zu verleihen. Aus Zeitgründen und um den Gästen ein kleines Programm bieten zu können, wurde diese Ehrungen auf den Generalappell vorverlegt.
Auf Anregung unserer Jugend wurde im Jahre 1987 die obligatorischen Sammlungen innerhalb des Vereins, nicht für die Kriegsgräberfürsorge sondern für die Elterninitiative Kinderkrebsklinik durchgeführt, was auf große Zustimmung der Mitglieder stieß.Aus Anlass des 65jährigen Bestehens des Vereins im Jahre 1990, wurde zum erstenmal ein Faltblatt mit Reklame und Programm des Schützenfestes erstellt und an alle Holthausener Haushalte verteilt. Dieses Faltblatt wird bis heute, allerdings mit erweiterten Seiten, jedes Jahr erstellt. Auch wurde wieder ein Biwak auf dem Schulhof an der Itterstraße abgehalten, wobei eine große Verlosung stattfand, deren Gewinner der seinerzeitigen Eishockeynationalspieler Otto Schneitberger ermitteltete. Ferner fand, wie 1985 vom Vorstand versprochen, wieder ein Seniorennachmittag im Festzelt statt.

Im Januar 1991 konnten wir, bedingt durch den Umbau des Klarenbachhauses, unser Patronatsfest wieder in einem würdigeren Rahmen feiern. Nach der hl. Messe in St. Joseph, wurde trotz und wegen der Golfkrise daraus allerdings nur ein Tanzabend. Was sich jedoch ab dem Jahre 1992 grundlegend dahingehend änderte, dass diese Veranstaltung mit großen Programmen, teilweise mit internationalen Künstlern, abgehalten wurden.

Vor dem Schützenfest 1992 wurde uns mitgeteilt, dass unser auf dem Schützenplatz stehender Schießstand, wegen Kanalbauarbeiten, abgebaut werden müsse. Dieser war anschließend auch nicht mehr zu gebrauchen und so mussten wir nach einer Lösung suchen. Die Bruderschaft Himmelgeist leistete vorbildliche Nachbarschaftshilfe und stellte uns ihren fahrbaren Schießstand zur Verfügung.

Nach langer Abstinenz, wollte man der Holthausener Bevölkerung und den Gästen beim Festzug wieder etwas Besonderes bieten. Der 2. Chef Hermann Becker hatte bereits im Jahre 1991 in Bodenmais im Bayrischen Wald mit der dort ansässigen "Originalen Bodenmaiser Blaskapelle" Kontakt aufgenommen. In langen Verhandlungen, auch mit der Gemeinde Bodenmais, und der Fa. Kaufhof in Düsseldorf, über die Finanzierung dieses großen Ereignisses konnte im Frühjahr 1992 grünes Licht gegeben werden. Der von der Bodenmaiser Blaskapelle am Schützenfestsamstag veranstaltete Bayrische Abend fand bei den Schützen und der Holthausener Bevölkerung viel Anklang. Auch waren Sie beim Festzug ein großer Anziehungspunkt.

Der Verein ließ es sich auch nicht nehmen, die im Containerdorf, gegenüber dem Schützenplatz wohnende Bosnische Kriegsflüchtlingen am Schützenfest Dienstag 1992 zum Frühstück einzuladen. Diese Geste der Freundschaft wurde von den Betroffenen durch die Dankesworte einer Dolmetscherin an diesem Morgen kundgetan und durch ein Dankesschreiben des Sozialamtes zum Ausdruck gebracht.

Da der Grundstückseigentümer des Schießstandes an der Itterstraße in Zukunft eine so hohe Mietforderung für die Nutzung des Grundstückes verlangte und auch zu keinen Zugeständnisse bereit war, wurde im Vorstand beschlossen den Schießstand endgültig abzureißen, was uns natürlich bezüglich unserer Schießveranstaltungen arg in Bedrängnis brachte. Wir waren also genötigt nun alle Schießen auf dem Stand der Gesellschaft Hubertus, in der Gaststätte "Holthausener Hof"(Henkelstraße) durchzuführen.

Da in den verflossenen Jahren der Besuch des Klompenballes rückläufig war, überlegte man wie Abhilfe geschaffen werden konnte. Der Vorstand einigte sich darauf, den Versuch zu wagen, den Klompenball 1994 erstmals am Nachmittag abzuhalten Der Versuch gab uns Recht. Das Königsschießen wurde auf den Morgen verlegt und so war der Montag am Schützenfest wieder verplant.

Aufgrund des 70jährigen Bestehens im Jahre 1995 wurde auch wieder ein Seniorennachmittag am Freitag vor dem Schützenfest abgehalten. Dieser Seniorennachmittag ist zum festen Bestandteil unseres Schützenfestes geworden und wird mittlerweile jedes Jahr mit großer Teilnahme der älteren Bewohner unseres Ortsteiles veranstaltet. Die Sammelaktion des Königs- und Prinzenpaares kamen im Jahre 1995 der Ärtzlichen Kinderschutzambulanz zugute.

In der im Oktober 1995 stattgefundenen Generalversammlung trat Platzmeister Peter Himpler nicht mehr zur Wahl an. Als neuer Platzmeister wurde Erwin Dubberke aus der Gesellschaft 1. Jäger gewählt.

Im Juni 1996 feierte das Tambourcorps sein 75jähriges Bestehen mit einem Biwak auf dem Schulhof an der Itterstraße. Bei dem 1996 abgehaltenen Biwak wurde erstmals in der Geschichte unseres Vereins ein Bürgerkönig ausgeschossen und am Schützenfestsamstag im Festzelt vorgestellt.

Am Volkstrauertag, dem 17. November 1996 traf den Verein ein schwerer Verlust. Plötzlich und für alle Kameraden des Vereins unfassbar, verstarb der sich seit dem 15. Juli 1961 im Amt befindliche 1. Schriftführer Horst Dersintzke. Mit Horst Dersintzke verlor der Verein einen Kameraden und Menschen der so schnell nicht zu ersetzen war. Horst Dersintzke hatte im Verein so viele Akzente gesetzt, die man als dauerhaft bezeichnen konnte. Aber trotzdem musste es weiter gehen und so wurde Thomas Bocks (Gesellschaft Freischütz) in der Frühjahrsgeneralversammlung 1997 zum neuen 1. Schriftführer gewählt. In der Folgezeit wurden trotz mancher kleiner und größerer Schwierigkeiten schöne Feste gefeiert.

Aufgrund der langen Vorstandsarbeit im Schützenverein, dem Schulverein und sonstiger Verdienste im sozialen Bereich verlieh der Bundespräsident durch Oberbürgermeisterin Marlies Smeets dem 1. Chef Peter Bocks am 12. Februar 1998 das Bundesverdienstkreuz.

Im Jahre 1999 stellte dann der 2. Chef Hermann Becker, mit einem von ihm und dem Kameraden Alois Kaspers aus der Gesellschaft 2. Grenadiere erarbeiteten Entwurf einer Vereinsstandarte in einer erweiterten Vorstandssitzung vor. Nach eingehenden Beratungen über das Für und Wider und der Finanzierung dieser Standarte, einigte man sich in der Generalversammlung dahingehend, nachdem auch eine Spende über 1.000,00 DM vom Ehrenchef Werner Jeuck gemacht wurde, dass jedes Vereinsmitglied 15,00 DM zahlt um die Anfertigung zu gewährleisten.

Die Standarte wurde von Frau Wilma Ingendae aus Kempen hergestellt und am 22. Januar 2000 im Zuge unseres Patronatsfestes durch Pastor Hubert Clement geweiht. Taufpaten waren Ehrenchef Werner Jeuck und Helga Becker, die Gattin des 2. Chefs. Damit ging ein lang gehegter Wunsch des 2. Chefs in Erfüllung. Leider konnte Fahnenpate Werner Jeuck den ersten offiziellen Auftritt der neuen Standarte nicht mehr erleben. Er verstarb am 26. Mai 2000 im Alter von fast 76 Jahren.

Am 13. Januar 2000 war es dann soweit. Nach langer Bemühungen und Verhandlungen, gründete sich in unserem Verein eine reine Damenkompanie unter dem Namen "Diana 2000". Erste Gesellschaftsführerin wurde Gabriele Peltzer.


Das Jahr 2000 stand dann ganz im Zeichen unseres 75jährigen Jubiläums. Es waren wieder vielerlei Aktivitäten geplant. So sollte, wie im Jahre 1985 wieder eine Ausstellung über das Vereinsleben und anderen Aktivitäten in einer Bilder-Exponatesshow, die Bevölkerung informiert werden. An der Ausstellungseröffnung nahm auch Oberbürgermeister Joachim Erwin teil. Sieben Gesellschaften konnten im Jahre 2000 ebenfalls ihr 75jähriges Bestehen feiern. Es waren dies die Gesellschaften 1. Grenadiere, Wilhelm Tell, Reitercorps, Hubertus, 1. Jäger, Lützow Jäger und Jäger-Halbusch.

In der Herbstgeneralversammlung am 25.10.2001 wurden, bedingt durch die Währungsumstellung ab 01. Januar 2002 von DM auf Euro, die Vorraussetzungen für die reibungslosen Beitragszahlungen festgelegt. Ferner sollte der Neuzeit Rechnung getragen werden und die Statuten des Vereins ebenfalls geändert werden. So setzt sich in Zukunft der neue Vorstand in den geschäftsführenden Vorstand und dem Hauptvorstand zusammen, wobei nur noch fünf Personen dem geschäftsführenden Vorstand angehören und im Vereinsregister eingetragen werden. Ebenfalls wurde beschlossen, in Zukunft nur noch eine Generalversammlung und zwar im Frühjahr abzuhalten.

Wie bereits in der Herbstgeneralversammlung 1998 angekündigt, kandidierten 1. Chef Peter Bocks, der 2. Chef Hermann Becker und Oberst Wilhelm Herrforth nicht mehr für Ihre Ämter an, sodass eine Neuwahl für diese Ämter unbedingt erforderlich war. Neuer 1. Chef wurde Hans-Reiner Schatten (Gesellschaft Wilhelm Tell), sein neuer 2. Chef wurde Marc Lorisch (Gesellschaft Wilhelm Tell). Christoph Groth wurde als neuer Oberst des Regimentes gewählt (Gesellschaft Tambourcorps).

Wie bereits im Vorfeld erwähnt, hatte sich der Schützenverein bei der Aufstellung des Bebauungsplanes im Schützenplatzbereich, auch eine Stelle für die Errichtung eines Schießstandes ausweisen lassen. Im Jahre 2002 konnten wir durch Vermittlung zwei gebrauchte Container erwerben, die vom neuen 1. Chef gestiftet wurden. Die Grundstücksteile, auf dem die beiden Container errichtet werden sollten, waren in einem fürchterlichen Zustand und mussten schnellstens provisorisch für die Aufstellung der Container hergerichtet werden. Damit war der Anfang gemacht. Man wollte natürlich mehr und zwar wieder einen eigenen Schießstand. Zunächst setzte man sich mit einem vereidigten Sachverständigen in Verbindung, um gesetzlichen und polizeilichen Auflagen zu erfahren und Vorschläge zu erarbeiten.

Der von dem Gutachter erstellte Vorschlag fand allgemeinen Anklang im Vorstand und sollte zu dem Zeitpunkt als einmalig in NRW gelten. Nun galt es zu rechnen um die Kosten zu ermitteln. Auch dieses Thema konnte gelöst werden. Die Mitglieder zahlten für zwei Jahre pro Monat zwei Euro, sodass nun die Baupläne erstellt und die Genehmigung beim Bauamt bzw. der zuständigen Polizeibehörde gestellt werden konnte.



Am 23. Mai 2003 wurde dann im Beisein der Presse und des Vorsitzenden der Bezirksvertretung 9 Leo Schuth, die übrigens 1.000 Euro Zuschuss gab, der Grundstein gelegt. Man hatte sich vorgenommen bis zum Schützenfest 2003 mit den Arbeiten fertig zu werden, was dann auch gelang. Unter Teilnahme vieler Prominenz aus Politik und Verwaltung sowie der benachbarten Vereine wurde der neue Schießstand am 30. August 2003 durch Pastor Hubert Clement geweiht und durch den 1. Chef Reiner Schatten eröffnet, wobei erstmals der Südpokal der benachbarten Vereine ausgeschossen wurde.

Am 30. April 2003 fand erstmals in Holthausen, der von den Jungschützen organisierten "Tanz in den Mai", in den Grünanlagen des Kamper Acker statt. Bedingt durch Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gesellschaft Lützow Jäger traten einige Mitglieder aus und gründeten eine neue Gesellschaft mit dem Namen "Andreas Hofer". Die Gründungsversammlung fand am 05. März 2004 in Anwesenheit des ersten Chefs statt. Gesellschaftsführer ist Ulrich Römer.

Aber auch die Jungschützen des Vereins waren nicht untätig. Der Vorstand der Jungschützen-Holthausen hatten die Idee, gemeinsam mit dem 2. Chef Marc Lorisch, mehr Struktur in das Zusammenleben der Jungschützen zu bringen. So setzte sich der 1. Jugendvertreter Christian Stein, sich mit seinen Vorstandskameraden Heike Strauch (2. Jugendvertreterin), Torsten Brzuska (Kassierer), Jörg Rosenhagen (1. Schriftführer) und Susanne Dalhoff (1. Schießleiterin) zusammen, um Ideen zu sammeln. Fest stand bereits, dass die Jugendlichen, die bereits einer anderen Kompanie angehören, auch weiterhin den Verpflichtungen Ihrer Kompanie nachkommen sollen.

Am 07. März 2004 war es dann soweit. In Anwesenheit des 1. Chefs Reiner Schatten, 2. Chefs Marc Lorisch, 2. Schriftfüher Michael Preuß und des Oberst Christoph Groth wurde eine reine Jungschützen-Kompanie mit 22 aktiven Mitgliedern ins Leben gerufen. Erster Jugendhauptmann wurde Christian Stein. Im Jahre 2005 kann die Kompanie bereits 31 Jungschützen zählen.





In den 80 Jahren unseres Bestehens haben sich die Zeiten auf der Welt vielfältig verändert, und das nicht immer zum Guten. Mögen in Zukunft die Völker friedlich miteinander leben, sodass wir unserer herrlichsten Nebensache der Welt nachgehen können.
Die überarbeitete Chronik soll den jungen Mitgliedern und der Holthausener Bevölkerung zeigen, mit welchen Schwierigkeiten der Verein manchmal zu kämpfen hatte und soll Ansporn sein, dass Schützenwesen unter der Prämisse "Glaube, Sitte, Heimat" am Leben zu erhalten.

 

 

 


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