Die Chronik
Am
02. Juli 1925 wurde der St.-Seb. Schützenverein Düsseldorf-Holthausen
ins Leben gerufen. Am genannten Tage des Jahres 1925 kamen im
Lokal Wilhelm Meisen zu Niederheid (Bonner Str. / Ecke Niederheider
Str.) folgende fünf Herren zusammen, um eine Gründungsversammlung
einzuberufen: Peter Krafft, Hubert Peekhaus, Willi Meisen, Wilhelm
Scheffels und Fritz Kammelter.
Diese
Gründungsversammlung fand am 20. Juli 1925 im Lokale von
August Falkenberg statt (jetziger Eingang Falkenberg-Center).
Am Gründungstage waren folgende Herren erschienen: Peter
Krafft, Hubert Peekhaus , Willi Meisen, Wilhelm Scheffels, Fritz
Kammelter, Josef Hallen, Peter Steinfort, Johann Dostert, Peter
Pütz und August Falkenberg.
Der
eigentliche Gründer war also Peter Krafft, der den Anstoß
zu dieser Versammlung gab und in den ersten Jahren die Triebfeder
gewesen ist und nicht locker ließ, bis der Bestand des Vereines
gesichert war. Der junge Reis wuchs schnell. Schon am 03. August
1925 waren in der ersten Generalversammlung 35 Mitglieder anwesend,
die dem Verein den Namen "Bürger Schützenverein
Holthausen" gaben. Aber schon am 24. August 1925 fand erneut
eine Generalversammlung statt. Unter dem Vorsitz des Herrn Wallner
und in Anwesenheit von 61 Mitgliedern wurde der Name geändert
und dem Verein den endgültigen Namen "St. Sebastianus-Schützenverein
Holthausen" gegeben.
Der
erste Vorstand setzte sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender:
Clemens Coppenrath; 2. Vorsitzender: Peter Fehr; 1. Schriftführer:
Kramer; 2. Schriftführer: Wallner; 1. Kassierer: Franz Mertin;
2. Kassierer: Josef Hallen.
Die
Statuten des Vereins wurden am 01. September 1925 polizeilich
genehmigt und vom damaligen Benrather Bürgermeister Melies
unterschrieben. Ein Schützenfest wurde im Gründerjahr
noch nicht abgehalten. Desto reger aber gestaltete sich das Innenleben
des jungen Vereines. Bald schon bildeten sich die ersten Gesellschaften;
am 05. Oktober 1925 bestanden bereits folgende sechs Kompanien:
1. Grenadier-Kompanie, Wilhelm Tell Kompanie, Hubertus-Kompanie,
Reitercorps, Reserve-Kompanie, 1. Jäger-Kompanie.
Im
Laufe einer kurzen Zeit kamen die Lützow-Jäger sowie
die Jäger Kompanie Halbusch hinzu, deren Mitglieder größtenteils
aus Mitarbeitern der im Jahre 1911 im Halbusch angesiedelten und
aus dem Raum Aachen stammender Spiegelglasfabrik hervorging.
Schon
in frühen Jahren spielte Peter Burgchartz begeistert auf
der Mundharmonika seiner Mutter vor. Nach dem Tod der Mutter 1918,
versuchte sich Peter Burgchartz mit seinem älteren Bruder
im "Jünglingsverein" Wersten. Sein Bruder hatte
ein altes Signalhorn mit dem er nicht viel anzufangen wusste.
Viel lieber hätte Peter Trommel gelernt. Während des
ersten Weltkrieges 1914 - 1918 war der Spielmannszug in dem die
"Jünglinge" spielten, allerdings nicht mehr in
Aktion gewesen. Voller Tatendrang beschlossen die "Jünglinge"
das Corps wieder neu aufleben zu lassen. Für 1,- Mark pro
Nase fanden sie auch einen Ausbilder der das nötige Wissen
mitbrachte. Peter arbeitete sich damals schnell zum Tambour Major
hoch.
Ein
Streit zwischen dem Vorstand des "Jünglingsverein"
und den Spielleuten im Jahre 1921 bewirkte das spontan alle Mitglieder
aus dem Spielmannszug austraten und einen eigenen Verein gründeten.
Das Tambour Corps in seiner heutigen Form war geboren. Einige
Instrumente waren vorhanden. Mit Spenden und Anleihen verschiedener
Gönner wurden die restlichen Pfeifen und Trommeln angeschafft.
Durch
Umzug vieler Kameraden nach Holthausen und Beitritt neuer Spielleute
die im Nachbarort bereits wohnten, wurde
das Probelokal nach Holthausen verlegt.
In
den folgenden Jahren nahm man viel und begeistert an zahlreichen
Wettstreiten teil, bei denen fast immer ein großer Erfolg
für das Tambour-Corps zu verbuchen war. Leider sind aus den
Jahren 1921 bis 1947 keine Protokollbücher mehr vorhanden.
Der
erste Schriftführer Kramer, der leider bereits im August
1926 wegen Wohnungswechsel sein Amt niederlegen musste, hat mit
einer großen Genauigkeit und Ausführlichkeit alles
festgehalten, was sich im ersten und entscheidenden Jahr im jungen
Verein ereignet hat. Er beschreibt den Verlauf des ersten Titularfestes
am 30. Januar 1926. Am Morgen dieses Tages wurden die Holthausener
Bürger zum erstenmal durch die "Knöppeljonges"
der Sebastianer aus dem Schlaf geweckt. Nach dem Hochamt zog der
Festzug durch den Ort, und es konnte jeden in Erstaunen setzen,
wie viel Opferbereitschaft die ersten Mitglieder bereits aufgebracht
hatten, um schon vier Monate nach der Gründung mit Fahnen
und Uniformen aufmarschieren zu können. Die Festversammlung
mit Fahnenweihe (Schwenkfahne des Vereins) fand im Saale Falkenberg
(Falkenberg-Center / Bahlenstr.) statt. Glockenschlag 24 Uhr nahm
Herr Pfarrer Weißenfels das Wort, denn mit dem anbrechenden
Tag, dem 31. Januar 1926, zog die Besatzung ab und das Rheinland
wurde wieder frei.
Im
ersten Jahr war noch mancherlei zu beraten und zu beschaffen,
ehe das erste Schützenfest steigen konnte. Schießstand
und Kugelfang, Festplatz, dieser war an der Itterstr. / Kaldenberger
Str. in Höhe der Laurentiuskirche, und Festzelt bereiteten
viel Kopfzerbrechen. Durch eine Sammlung unter den Mitgliedern
wurde aus altem Silberbargeld die Königskette angefertigt
und in der Zeit vom 04. bis 07. September konnte bei hellem Sonnenschein
das erste Schützenfest in Holthausen gefeiert werden. Schon
das erste Fest zeigte die riesige Anteilnahme der Bevölkerung.
Als der Festzug unter der Führung des ersten Obersten Hubert
Blau durch die Straßen zog, umsäumten die Bewohner
des Ortes zu Tausenden die Straßen und nahmen regen Anteil
an dem Geschehen auf dem Festplatz. Kamerad Wilhelm Strobel von
der Ges. Hubertus konnte sich als erster in die Liste der Schützenkönige
eintragen.
Bald
nach dem Schützenfest, am 26. Oktober 1926, übernahm
Herr Adolf Laufs, aus der Gesellschaft 1. Grenadiere, die Führung
des Vereins als 1. Vorsitzender. Die Zahl der Mitglieger stieg
rasch an und betrug 1927 bereits 229. Alle Gesellschaften hatten
inzwischen ihre Fahnenweihe gehalten; die Mitglieder der einzelnen
Gesellschaften unterstützen sich gegenseitig in kameradschaftlicher
Weise in der Beschaffung des Inventars. Im gleichen Jahr gründete
sich innerhalb der Gesellschaft Jäger-Halbusch ein Tambourcorps,
so dass der Verein über zwei Spielmannszüge verfügte.
  
Am
03. Juni 1928 feierte die Gesellschaft Lützow Jäger
ihre Fahnenweihe. An Stelle der sich 1928 aufgelösten Reserve-Kompanie
bildeten sich im selben Jahr aus den restlichen Mitgliedern und
der 1. Grenadier-Kompanie die Gesellschaft 2. Grenadiere. Die
Gesellschaft Reserve wurde in einem anderen Rahmen erst im Jahre
1949 im Ortsteil Niederheid wieder neu ins Leben gerufen.
Auf
der Generalversammlung am Sonntag, dem 28. Oktober 1928 trat aus
gesundheitlichen Gründen der erste Oberst des Vereins zurück.
Auch Peter Fehr, als zweiter Vorsitzender war ausgeschieden. An
seiner Stelle wurde Herr Bach gewählt. Zum neuen Oberst wurde
auf der Vorstandssitzung Major Peter Steinfort gewählt. Leider
verstarb der beliebte Oberst schon am 04. März 1931 an einer
heimtückischen Krankheit. Zu seinem Nachfolger wurde Johann
Löhr gewählt.
Der
junge Verein schaltete sich in das Leben der Gemeinde mit ein.
Bereits aus dem Jahre 1925 liegen Sammellisten des Schützenvereins
für den Martinszug in unserem Archiv. Ab dem Jahre 1926 wurden
für viele Jahre die Organisation der Sammlungen und die Durchführung
des Martinzuges vom Schützenverein mit großem Erfolg
durchgeführt und er beschaffte erhebliche Mittel für
die Bescherung der vielen hundert Kinder. Ferner gab es seit 1925
kaum eine goldene oder diamantene Hochzeit, an der der Schützenverein
nicht maßgeblich beteiligt gewesen ist. Die Weihnachtsfeiern
der ersten Jahre mit Bescherung der Kinder und Ortsarmen waren
lange in guter Erinnerung.
Die
1933 angebrochene "neue Zeit" konnte dem Verein wieder
in seinem Bestande noch in seinen Zielen etwas anhaben. Jedoch
wurde auf Druck der neuen Machthaber der Vereinsname auf der Vorstandssitzung
vom 01. Juli 1936 in Schützen-Verein Düsseldorf-Holthausen
geändert. Die Schützen- und Patronatsfeste wurden nach
wie vor, trotz aller Anfeindungen in althergebrachter Weise bis
zum Jahre 1939 gefeiert. Das Schützenfest dieses verhängnisvollen
Jahres stand kurz vor der Tür, alle Vorbereitungen waren
getroffen. Die Wagen derSchausteller rollten bereits unter dem
Geleit der erwartungsvollen Kinderschar auf den Festplatz an der
Itterstraße. In der in aller Eile zusammengerufene Vorstandssitzung
am 29. August 1939, wurde aufgrund der angespannten politischen
Lage der Beschluss gefasst, auf die Durchführung des Schützenfestes
zu verzichten und es auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
In
der am 28. Januar 1940 einberufene Generalversammlung im Lokal
Horres verlaß der 1. Vorsitzende (jetzt Vereinsführer
genannt) Adolf Laufs ein Schreiben vom 11. Januar 1940 des Gaus
X. Niederrhein des Deutschen Schützenverbandes, dass man
nicht in der Lage ist, ihn weiter als Vereinsführer zu bestätigen.
Die
dann in dieser Versammlung am gleichen Tage einberufene außerordentliche
Generalversammlung sprach dem 1. Vorsitzenden mit 51 gegen 1 Stimme
das Vertrauen aus. Dennoch konnte Adolf Laufs seine Tätigkeit
als Vorsitzender nicht mehr ausüben. Auf der dann am 10.
August 1940 einberufene Generalversammlung wurde Jakob Heidger
von der Gesellschaft Hubertus damit beauftragt, die Geschicke
des Vereins zu lenken.
Bei
einer erneuten Generalversammlung am 13. November 1940 wurden,
auf Vorgabe des Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen,
die neuen Statuten von 32 anwesenden Mitgliedern angenommen. Bis
auf die von Machthabern vorgegebenen Schießwettbewerbe ruhte,
bedingt auch durch Fronteinsätze der Kameraden, das Vereinsleben
während des Krieges fast völlig.
Mit
Ausnahme der Fahne der Gesellschaft Jäger-Halbusch, die von
den Amerikanern mitgenommen wurde, hatten die Gesellschaften ihre
Fahnen behalten. Erst Ende November 1946 trafen sich verschiedene
Vertreter aus sechs Gesellschaften zu einer erweiterten Vorstandssitzung
um das Vereinsleben wieder zu aktivieren. Leider hatte auch der
Krieg in den Reihen der Mitglieder große Lücken gerissen.
Durch
den Krieg litt das Vereinsleben und so nahm das Tambour-Corps
erst im Jahre 1947 seine Tätigkeiten wieder auf. Dies konnte
nur durch die Mithilfe von Peter Burgchartz und Franz Theo Zander
geschehen. Die musikalische Leitung übernahm Peter Burgchartz.
Mit jungem Nachwuchs war die Zukunft des Vereins gesichert. Wegen
der Militärregierung war es aber nicht erlaubt das ein Spielmannszug
als selbstständiger Verein bestehen durfte. Um das Verbot
der Militärregierung zu umgehen und inoffiziell das Vereinsleben
des Tambour Corps wieder aufzunehmen, traten sämtliche Mitglieder
in die Tell-Kompanie ein, so das das Tambour-Corps nun im St.-Sebastianus-Schützenverein
Holthausen integriert war.
Mit
dem Vorstand des Holthausener Schützenverein bzw. mit Herrn
Laufs wurde folgende Vereinbarung getroffen:
Das
Tambour Corps soll nach außen hin als Glied des Schützenvereins
angesehen werden, jedoch in Wirklichkeit als selbständiger
Verein bestehen und daher eigene Bestimmungen haben. Es sei keine
Pflicht bei einer Mitgliedschaft im Tambour Corps auch gleichzeitig
Mitglied im Schützenverein sein zu müssen.
Bereits
am 08. Dezember 1946 fand die erste Generalversammlung unter Mitwirkung
des langjährigen Vorsitzenden Adolf Laufs statt, um unter
anderem über das Patronatsfest 1947 zu beraten und einen
neuen Vorstand zu wählen. Adolf Laufs, wie konnte es anders
sein, wurde als 1. Vorsitzender einstimmig gewählt.
Dank
der Initiative des damaligen Vorstandes und der Opferbereitschaft
der Kameraden konnte das erste Schützenfest nach neunjähriger
Unterbrechung im Jahre 1947 im althergebrachter Weise gefeiert
werden. Man hatte zwar noch kein Festzelt, gefeiert wurde im Saale
Falkenberg an der Bahlenstr. (jetzt Falkenbergcenter) und geschossen
wurde statt mit dem Gewehr mit einer angefertigten Armbrust. Erster
König nach dem Kriege wurde der Kamerad Heinrich Güldenberg
aus der Gesellschaft Lützow-Jäger.
Da
der stellvertretende Vorsitzende Willi Coenenberg (Lützow)
in russischer Gefangenschaft verstorben war, wurde auf der Generalversammlung
am 20. Juni 1948 (Tag der Währungsreform) Hans Franke aus
dem Reitercorps als neuer 2. Chef gewählt.
Am 01. August 1948 konnte die Gesellschaft Jäger-Halbusch,
Dank der beiden Kameraden Willi Hampe (er stiftete das Fahnentuch)
und Peter Koch (er malte sie), ihre neue Fahne weihen. Diese Feier
fand im Vereinsheim in Reisholz unter großer Teilnahme der
Vereinskameraden statt.
Bis
zum Jahre 1950 wurde der verstorbenen Kameraden am Schützenfest
mit der Kranzniederlegung beim Festgottesdienst in der kath. Kirche
St. Joseph gedacht, danach wechselte man, zu dem im Jahre 1959
abgerissenen Ehrenmal, in der Grünanlage Kamper Acker. Im
Jahre 1950 wurde dann unter großer Beteiligung der Holthausener
Bevölkerung des wieder unter dem Namen "St. Sebastianus
Schützenverein e.V. Düsseldorf-Holthausen" firmierenden
Verein das 25jährige Bestehen gefeiert. Auch eine Festschrift
wurde in Druck gegeben.
Im
Jahre 1951 verstarb der langjährige 1. Chef, Adolf Laufs.
Als neuer 1. Chef wurde Hans Franke gewählt. Ihm zur Seite
stand Peter Krupp als 2. Chef. Dieser Vorstand wirkte mit Erfolg
bis 1961. Hans Franke war ein Vereinschef, der sich mit ganzer
Kraft seiner Persönlichkeit für das Schützenwesen
und darüber hinaus für die Holthausener Bevölkerung
einsetzte, es sei hier u.a. an den Ankauf und Öffnung 1954
des Heyeparks durch die Stadt Düsseldorf, gedacht. Auch wuchs
der Verein ständig und im Jahre 1952 wurden die ersten Jungschützen
in der Gesellschaft 2. Grenadiere und in die Gesellschaft Jäger-Halbusch
aufgenommen.
Auf
der Vorstandssitzung am 12. April 1951 schlug der 1. Chef Hans
Franke vor, Dr. Jost Henkel das Protektorat über den Schützenverein
anzutragen. Dr. Jost Henkel übernahm das Protektorat und
behielt es bis zu seinem Tode.
 
Im
Jahre 1953 gründeten die Jungschützen der Gesellschaft
2. Grenadiere eine neue Gesellschaft mit dem Namen "Gesellschaft
Freischütz". In einer außerordentlichen Generalversammlung
am 27. Dezember 1954 verabschiedete man eine neue Satzung, um
die gesetzlichen Auflagen der Gemeinnützigkeit zu erfüllen.
Der
Stadtteil Holthausen verzeichnete in den 50er Jahren einen großen
Bevölkerungszuwachs. Bürger aus allen Teilen Deutschlands
fanden hier eine neue Heimat. Der Verein bemühte sich, zu
diesen Bürgern Kontakt aufzunehmen. Dieses führte schließlich
dazu, dass im Jahre 1956 eine neue Gesellschaft zunächst
mit dem Namen "Eichenkreuz" und später, da die
Evangelische Kirche Bedenken gegen diesen Namen hatte, unter dem
Namen "Kamper Schützen" gegründet wurde.
Die
Schützenfeste wurden nach dem Krieg auf verschiedenen Plätzen
gefeiert und die Platzfrage bereitete dem Vorstand erhebliche
Sorgen. Seit 1957 finden die Feste regelmäßig auf dem
Platz an der Baumallee (genannt Prummeallee) statt. Dabei dürfte
es wohl auch in Zukunft bleiben, denn die Stadt Düsseldorf
wies in ihrem Bebauungsplan
dieses Gelände als Schützenplatz aus und es dient gleichzeitig
als Entlüftungssschneise für die Stadt. In dem im Jahre
1980/81 erstellten Bebauungsplan hatte sich der Schützenverein
auch eine Stelle für einen Schießstand ausweisen lassen.
Hiervon jedoch später...
Auf
einer engeren Vorstandssitzung im Juni 1961 erklärte Hans
Franke seinen Rücktritt als 1. Vorsitzender. Er begründete
seinen Entschluss mit der Verlegung seines Wohnsitzes in den Hunsrück.
Daraufhin wurden die Mitglieder des Vereins am 15. Juli 1961 zu
einer außerordentlichen Generalversammlung in das Lokal
"Niederheid" (Bonner Str. / Ecke Niederheider Str.)
eingeladen. Der bisherige 2. Vorsitzende Werner Jeuck wurde einstimmig
zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Der neue Vorstand setzte
sich aus wesentlichen jüngeren Mitgliedern zusammen und bemühte
sich, durch neue Impulse das Ansehen des Vereins zu steigern.
Hans
Franke übernahm das Protektor, das er bis 1964 ausübte.
Im
April 1962 wurde erstmals die weltliche Feier zum Patronatsfest
unter dem Motto "Frühlingsfest" im Fleher Hof gefeiert.
Im
Frühjar 1962 trat der bisherige Oberst Toni Zander aus gesundheitlichen
Gründen von seinem Amt zurück. Einstimmig wurde Alois
Lehder aus der Gesellschaft Jäger-Halbusch als neuer Oberst
gewählt. In diesem Jahr, sowie auch 1963, wirkten durch Vermittlung
des Gesellschaftsführer Peter Koch (Jäger Halbusch)
erstmals ausländische Kapellen im Festzug mit. Tausende Zuschauer
sahen im Jahre 1962 den Auftritt der britischen Militärkapelle
"Prince of Wales" und 1963 die "Irish Guards"
und begeisterten sich an ihren Aufführungen. Mit diesen Kapellen
verband den Verein ein enges, freundschaftliches Verhältnis.
Da
es ihnen im Jahre 1962 so gut bei uns gefallen hatte, schickten
uns die Musiker der Kapelle "Prince of Wales" im Jahre
1963 ein Telegramm und wünschten dem Verein ein gutes Gelingen
des Schützenfestes.
Im
Jahre 1963 wurde durch den Kamerad Josef Michalski (Gesellschaft
Reserve) ein neuer auf- und abbaubarer Schießstand gebaut,
der seinerzeit in Düsseldorf seines gleichen suchen konnte
und auf dem Schützenfest 1963 seine Feuertaufe bestand.
Ferner
wurde im Jahre 1963 auf Initiative des damaligen 2. Chef, Peter
Burgchartz, die Gesellschaft Niederheid gegründet. Der Verein
hatte damit weit über dreihundert Mitglieder. Im gleichen
Jahr sammelte das Königspaar erstmals, auf Anregung von Herrn
Dechant Alfons Lüttgenau, für die Kriegsgräberfürsorge.
Diese Sammlungen wurden bis zum Jahre 1987 beibehalten. Bis zu
diesem Termin konnte man der Kriegsgräberfürsorge ca.
33.000,- DM zur Verfügung stellen, was mit einer besonderen
Ehrung, durch Überreichung einer Plakette, gewürdigt
wurde. (Standartenschrank / Kolpinghaus)
Im
Jahre 1964 war es leider nicht möglich wieder eine englische
Militärkapelle zu verpflichten, da sie nach Malaysia verlegt
wurden. Zur Verabschiedung sollte aber auf der Rollschuhbahn gemeinsam
mit der damaligen Kapelle "Mindergan" ein Platzkonzert
abgehalten werden. Am 07. Juni 1964 war es dann soweit. Unter
großer Beteiligung der Bevölkerung und der Kameraden
fand die Verabschiedung statt, wobei Ratsherr Heinz Hemming (Gesellschaft
Reserve) nach dem Konzert eine Erinnerungsplakette der Stadt Düsseldorf
an unsere Freunde überreichte.
1965
feierte der Verein sein 40jähriges Vereinsjubiläum.
Aus diesem Anlass hielt man erstmals auch eine Frühkirmes
im April ab. Auch hatte man sich entschlossen eine Festzeitschrift
mit Beiträgen des Vereins und der einzelnen Gesellschaften
und der Heimatgeschichte von Itter - Holthausen herauszugeben.
Der im Jahre 1971 verstorbenen Rektor Anton Heuser, langjähriger
Hauptmann der Gesellschaft 1. Jäger, setzte sich ein bleibendes
Denkmal mit seinem Beitrag in der herausgegebenen Zeitschrift,
die dann vom Pressewart Klaus Dierdorf zusammengestellt wurde.
Die Krönungsrede an diesem Schützenfest hielt Bürgermesiter
Peter Müller.
Im
Jahre 1966 wurde erstmals auf Vorschlag von Oberst Alois Lehder
der Zapfenstreich auf der Rollschuhbahn, unter großer Beteiligung
der Bevölkerung, abgehalten.
Die
Satzung wurde erneut überarbeitet und der modernen Zeit angepasst.
Der Vorstand wurde auf Zehn Mitglieder erweitert. Oberst, Platzmeister,
Schießmeister und Pressewart wurden neu aufgenommen. Die
Generalversammlung verabschiedete am 28. April 1968 die vorgelegte
Fassung.
In
den Jahren 1968 und 1969 fanden erstmals Ende April Frühlingsfeste
in einem Festzelt auf dem Kirmesplatz statt. Diese Feste wurden
als weltliche Feier zu unserem normalerweise im Januar stattfindenden
Patronatsfest abgehalten, konnten sich jedoch auf Dauer nicht
durchsetzen. Am 30. August 1969 übernahm Karl Weisse (Gesellschaft
1. Grenadiere) das Protektorat des Vereins, dass er bis zum Jahre
2003 mit großem Engagement innehatte. Er stand dem Vorstand
mit Rat und Tat zur Seite, und der Verein schätzte seine
Unterstützung.
Das
Schützenfest 1969 fand dann wieder mit internationaler Beteiligung
statt. Auf Veranlassung von Wilhelm Hofmann wurde der Obermurtaler
Musikverein aus Stadl in Steiermark verpflichtet und herzlich
in Holthausen aufgenommen. Für die Mitglieder war diese Veranstaltung
in dieser Größe etwas völlig Neues und sie waren
begeistert. Ferner wurde an diesem Schützenfest während
des Klompenballes erstmalig ein Prominentenschießen abgehalten,
an dem u.a. der Justizminister Dr. Neuberger, der Bundestagsabgeordnete
Schulhoff, Bürgermeister Josef Kürten und viele Ratsherren
der Stadt Düsseldorf teilnahmen. Der Bürgermeister aus
Stadl gewann den ersten Preis bei diesem Schießen.
In
allen Jahren war der Vorstand bemüht, den Kontakt nach außen
nicht zu verlieren. Die Martinsfeste standen unter der Regie -
bereits seit 1926 - des Vereins, und für die Kinderheime
und anderen karitative Einrichtungen wurden Beiträge gespendet.
 
An
den Volkstrauertagen werden der Verstorbenen und Gefallenen in
Feierstunden gedacht. Zur Bundeswehr nach Montabaur wurde eine
freundschaftliche Verbindung durch die Gesellschaft Reserve hergestellt.
An den Festzügen nahmen neben vielen befreundeten Vereinen
die Amazonen des Reitercorps und mittlerweile vieler Pagen der
einzelnen Gesellschaften teil. Der viele Jahre montags abends
am Schützenfest durchgeführte "Ball der Könige"
entwickelte sich zu glanzvollen Abenden, an dem die einzelnen
Kompaniekönigspaare im Mittelpunkt standen. Auch der modernen
Zeit wurde Rechnung getragen, bei Anschaffungen neuer Uniformen
wurden diese bewusst ziviler gehalten und auch auf die Verleihung
von Schießorden nahm man weitgehenst Abstand.
Auf
der am 29. Oktober 1971 stattgefundenen Generalversammlung wurde
der Vorstand neu gewählt. Er setzte sich danach wie folgt
zusammen: 1. Chef Werner Jeuck; 2. Chef Alois Lehder; 1. Schriftführer
Horst Dersintzke; 2. Schriftführer Wilhelm Meisen; 1. Kassierer
Ferdinand Römer; 2. Kassierer Peter Bocks; Platzmeister Wilhelm
Cremer; Oberst Wilhelm Herrforth, Pressewart Klaus Dierdorf, Schießmeister
Karl-Heinz Hecht.
Am
Karnevalssamstag 1972 fand ein karnevalistisches Fußballspiel
zwischen den Gesellschaften Freischütz und Lützow unter
der Schirmherrschaft von Protektor Karl Weisse auf dem Sportplatz
an der kath. Schule Itterstraße statt. Es erbrachte einen
Reinerlös von 773,00 DM und wurde der Aktion Sorgenkind zur
Verfügung gestellt.
Die
Gesellschaft Kamper Schützen eröffneten 1972 ihren Hattrick,
dreimal hintereinander stellten sie den Regimentskönig. Dies
ist bis heute einmalig geblieben.
Auf
der Generalversammlung am 30. Mai 1973 wurde beschlossen, dass
die Altersgrenze zur Ernennung zum Ehrenmitglied von 85 Lebensjahre
auf 75 Jahre herunter gesetzt wurde. Ferner wurde im Jahre 1973
ein neuer Schießstand auf der Itterstraße in der Gaststätte
Linde (Lindwurm) zunächst nur für Luftgewehre in Betrieb
genommen.
Im
Jahre 1975 wurde das 50jährige Bestehen des Vereins mit großem
Unterhaltungsprogramm gefeiert. Ein toller Festzug, mit vielen
fremden Kapellen und Gastkompanien und das Reitercorps mit 120
teilnehmenden Pferden, zog durch Holthausen. Auch ein heftiger
Regenschauer konnte die Freude nicht trüben.
Sieben
Mitglieder wurden für ihre 50jährige Vereinstreue geehrt.
Es waren dies die Kameraden: Wilhelm Hüttenbügel, Julius
Ottlinghaus, Wilhelm Patzelt (alle Lützow); Anton Cohnen,
Willi Steinfort, Anton Zander (alle Reitercorps) und Hubert Kröll
sen. von den 1. Jägern. Auch die Kapelle aus Stadl nahm wieder
an diesem Fest teil.
Bedingt
durch den Bevölkerungszuwachs wurde 1975 in Holthausen eine
Werbekampagne für Neumitglieder gestartet. Dies zahlte sich
aus, konnten doch 30 neue Mitglieder gewonnen werden. Am 20. April
1976 verstarb der allseits beliebte Dechant Alfons Lüttgenau
und hinterließ eine große Lücke in der katholischen
Gemeinde und darüber hinaus. Die neu errichtete Kirche St.
Laurentius an der Kaldenberger Straße bildete 1977 erstmals
den Rahmen für den Festgottesdienst am Schützenfest.
Auf
der Frühjahrsgeneralversammlung 1979 trat wie angekündigt
Chef Werner Jeuck von seinem Posten zurück. Er leitete den
Verein mit viel Umsicht und Einsatz. Die von ihm seit 1953 geleistete
Vorstandsarbeit und die damit gewonnene Erfahrung kam dem gesamten
Verein zugute. Er gab dem Verein viele neue Impulse und alle Veranstaltungen
standen auf einem hohen gesellschaftlichen Niveau. Seinen freiwilligen
Rücktritt begründete Werner Jeuck damit, dass er lange
genug Chef war und diese Aufgabe nun einem jüngeren Kameraden
übergeben wolle. Dieser Entschluss wurde allgemein bedauert,
doch er war endgültig. Für seine Verdienste um den Verein
wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Die
Generalversammlung wählte am 27. April 1979 Peter Bocks (Gesellschaft
Freischütz) zu seinem Nachfolger und Hermann Becker (Gesellschaft
Jäger-Halbusch) zum 2. Vorsitzenden. Der Wechsel in der Vereinsführung
stellte ein bedeutendes Ereignis dar. Der neue Vorstand stellte
sich zur Aufgabe, die Lücken zu schließen und das Vertrauen
der Mitglieder zu erringen und die Liebe zum heimatlichen Brauchtum
und deren Erhaltung zu fördern, sowie durch kameradschaftliche
Verbundenheit zu pflegen.
Beim
Schützenfest 1980 wurde der großen Anzahl von Jungschützen
Rechnung getragen- Für den Sonntagabend wurde eine eigene
Veranstaltung für die Jugend, unter dem Motto "Prinzenball",
durchgeführt, der bis zum jetzigen Zeitpunkt (wenn auch in
geänderter Form) Bestandteil des Schützenfestes ist.
Um
in Zukunft die Jugend früh genug an das Schützenwesen
heranzuführen, wurde im Jahre 1983 beschlossen, dass Aufnahmealter
für Jungschützen auf 14 Jahre zu senken.
Aufgrund
seiner Verdienste um das Schützenwesen wurde Platzmeister
Willi Cremer im Jahre 1983 mit der Verdienstmedaille zum Bundesverdienstkreuz
durch den Bundespräsident ausgezeichnet.
Das
Jahr 1985 stand ganz im Zeichen unseres 60jährigen Bestehens.
Für dieses Jahr waren vielerlei Aktivitäten vorgesehen.
So war geplant, in einer Ausstellung den Werdegang des Vereins,
sowie Gegenstände aus der Zeit, seit seiner Gründung
zu zeigen. Ferner wurde beschlossen, wie beim 40jährigen
Vereinsjubiläum, wieder eine Festschrift zu drucken. Auch
wurden Bierkrüge mit dem Vereinsemblem für jedes Mitglied
erstellt und zum Kauf angeboten.
Eine
Woche vor dem Schützenfest veranstalteten wir auf dem Schulhof
an der Itterstraße für die Schützen und die Bevölkerung
ein Biwak.
Der
Freitag vor dem Schützenfest stand dann unter dem Motto "Seniorennachmittag".
Alle Senioren unseres Ortsteiles wurden zu einem gemütlichen
Nachmittag mit Kaffee und Kuchen und einem bunten Programm ins
Festzelt eingeladen.
Die
Bischofsmesse am Schützenfestsonntag, zelebrierte auf Vermittlung
von Protektor Karl Weisse, Weihbischof Dr. Frotz. Der gesamte
Ablauf des Schützenfestes wurde auf Videofilm festgehalten.
Unser Jubiläumsschützenfest blieb allen Beteiligten,
auch bei der Bevölerung, in guter Erinnerung. Im September
1985, kurz nach unserem Schützenfest, wurde unserem 1. Schriftführer
Horst Dersintzke die Verdienstmedaille des Verdienstordens der
BR Deutschland vom Bundespräsident durch Oberbürgermeister
Klaus Bungert verliehen.
Den
von der Stadt Düsseldorf aufgestellte Bebauungsplan für
unseren Schützenplatz war im Laufe des Jahres durch Veröffentlichung
im Amtsblatt rechtskräftig geworden. Der Schützenverein
beteiligte sich am Anhörungsverfahren und ließ sich
eine Fläche für den Bau eines Flach- und Hochstandes
ausweisen, sodass nun für uns Planungssicherheit bestand.
Jedoch sollte es über 20 Jahre dauern, bevor man hiervon
Gebrauch machte.
Das
Tambourcorps feierte am 25.05.1986 sein 65jähriges Bestehen.
Anlass genug sich eine Standarte anzuschaffen und diese an diesem
Fest weihen zu lassen. Nach 28 Jahren Platzmeistertätigkeit
trat Wilhelm Cremer aus gesundheitlichen Gründen bei der
Herbstgeneralversammlung 1986 nicht mehr zur Wiederwahl an. Aufgrund
seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorstandsmitglied
ernannt. Zu seinem Nachfolger wurde sein Stellvertreter Peter
Himpler (Gesellschaft Reitercorps) gewählt.
Zum
Schützenfest 1987 hatte sich der Vorstand entschlossen am
Samstagabend keine Schießpreise zu verleihen. Aus Zeitgründen
und um den Gästen ein kleines Programm bieten zu können,
wurde diese Ehrungen auf den Generalappell vorverlegt.
Auf Anregung unserer Jugend wurde im Jahre 1987 die obligatorischen
Sammlungen innerhalb des Vereins, nicht für die Kriegsgräberfürsorge
sondern für die Elterninitiative Kinderkrebsklinik durchgeführt,
was auf große Zustimmung der Mitglieder stieß.Aus
Anlass des 65jährigen Bestehens des Vereins im Jahre 1990,
wurde zum erstenmal ein Faltblatt mit Reklame und Programm des
Schützenfestes erstellt und an alle Holthausener Haushalte
verteilt. Dieses Faltblatt wird bis heute, allerdings mit erweiterten
Seiten, jedes Jahr erstellt. Auch wurde wieder ein Biwak auf dem
Schulhof an der Itterstraße abgehalten, wobei eine große
Verlosung stattfand, deren Gewinner der seinerzeitigen Eishockeynationalspieler
Otto Schneitberger ermitteltete. Ferner fand, wie 1985 vom Vorstand
versprochen, wieder ein Seniorennachmittag im Festzelt statt.
Im
Januar 1991 konnten wir, bedingt durch den Umbau des Klarenbachhauses,
unser Patronatsfest wieder in einem würdigeren Rahmen feiern.
Nach der hl. Messe in St. Joseph, wurde trotz und wegen der Golfkrise
daraus allerdings nur ein Tanzabend. Was sich jedoch ab dem Jahre
1992 grundlegend dahingehend änderte, dass diese Veranstaltung
mit großen Programmen, teilweise mit internationalen Künstlern,
abgehalten wurden.
Vor
dem Schützenfest 1992 wurde uns mitgeteilt, dass unser auf
dem Schützenplatz stehender Schießstand, wegen Kanalbauarbeiten,
abgebaut werden müsse. Dieser war anschließend auch
nicht mehr zu gebrauchen und so mussten wir nach einer Lösung
suchen. Die Bruderschaft Himmelgeist leistete vorbildliche Nachbarschaftshilfe
und stellte uns ihren fahrbaren Schießstand zur Verfügung.
Nach
langer Abstinenz, wollte man der Holthausener Bevölkerung
und den Gästen beim Festzug wieder etwas Besonderes bieten.
Der 2. Chef Hermann Becker hatte bereits im Jahre 1991 in Bodenmais
im Bayrischen Wald mit der dort ansässigen "Originalen
Bodenmaiser Blaskapelle" Kontakt aufgenommen. In langen Verhandlungen,
auch mit der Gemeinde Bodenmais, und der Fa. Kaufhof in Düsseldorf,
über die Finanzierung dieses großen Ereignisses konnte
im Frühjahr 1992 grünes Licht gegeben werden. Der von
der Bodenmaiser Blaskapelle am Schützenfestsamstag veranstaltete
Bayrische Abend fand bei den Schützen und der Holthausener
Bevölkerung viel Anklang. Auch waren Sie beim Festzug ein
großer Anziehungspunkt.
Der
Verein ließ es sich auch nicht nehmen, die im Containerdorf,
gegenüber dem Schützenplatz wohnende Bosnische Kriegsflüchtlingen
am Schützenfest Dienstag 1992 zum Frühstück einzuladen.
Diese Geste der Freundschaft wurde von den Betroffenen durch die
Dankesworte einer Dolmetscherin an diesem Morgen kundgetan und
durch ein Dankesschreiben des Sozialamtes zum Ausdruck gebracht.
Da
der Grundstückseigentümer des Schießstandes an
der Itterstraße in Zukunft eine so hohe Mietforderung für
die Nutzung des Grundstückes verlangte und auch zu keinen
Zugeständnisse bereit war, wurde im Vorstand beschlossen
den Schießstand endgültig abzureißen, was uns
natürlich bezüglich unserer Schießveranstaltungen
arg in Bedrängnis brachte. Wir waren also genötigt nun
alle Schießen auf dem Stand der Gesellschaft Hubertus, in
der Gaststätte "Holthausener Hof"(Henkelstraße)
durchzuführen.
Da
in den verflossenen Jahren der Besuch des Klompenballes rückläufig
war,
überlegte man wie Abhilfe geschaffen werden konnte. Der Vorstand
einigte sich darauf, den Versuch zu wagen, den Klompenball 1994
erstmals am Nachmittag abzuhalten Der Versuch gab uns Recht. Das
Königsschießen wurde auf den Morgen verlegt und so
war der Montag am Schützenfest wieder verplant.
Aufgrund
des 70jährigen Bestehens im Jahre 1995 wurde auch wieder
ein Seniorennachmittag am Freitag vor dem Schützenfest abgehalten.
Dieser Seniorennachmittag ist zum festen Bestandteil unseres Schützenfestes
geworden und wird mittlerweile jedes Jahr mit großer Teilnahme
der älteren Bewohner unseres Ortsteiles veranstaltet. Die
Sammelaktion des Königs- und Prinzenpaares kamen im Jahre
1995 der Ärtzlichen Kinderschutzambulanz zugute.
In
der im Oktober 1995 stattgefundenen Generalversammlung trat Platzmeister
Peter Himpler nicht mehr zur Wahl an. Als neuer Platzmeister wurde
Erwin Dubberke aus der Gesellschaft 1. Jäger gewählt.
Im
Juni 1996 feierte das Tambourcorps sein 75jähriges Bestehen
mit einem Biwak auf dem Schulhof an der Itterstraße. Bei
dem 1996 abgehaltenen Biwak wurde erstmals in der Geschichte unseres
Vereins ein Bürgerkönig ausgeschossen und am Schützenfestsamstag
im Festzelt vorgestellt.
Am
Volkstrauertag, dem 17. November 1996 traf den Verein ein schwerer
Verlust. Plötzlich und für alle Kameraden des Vereins
unfassbar, verstarb der sich seit dem 15. Juli 1961 im Amt befindliche
1. Schriftführer Horst Dersintzke. Mit Horst Dersintzke verlor
der Verein einen Kameraden und Menschen der so schnell nicht zu
ersetzen war. Horst Dersintzke hatte im Verein so viele Akzente
gesetzt, die man als dauerhaft bezeichnen konnte. Aber trotzdem
musste es weiter gehen und so wurde Thomas Bocks (Gesellschaft
Freischütz) in der Frühjahrsgeneralversammlung 1997
zum neuen 1. Schriftführer gewählt. In der Folgezeit
wurden trotz mancher kleiner und größerer Schwierigkeiten
schöne Feste gefeiert.
Aufgrund
der langen Vorstandsarbeit im Schützenverein, dem Schulverein
und sonstiger Verdienste im sozialen Bereich verlieh der Bundespräsident
durch Oberbürgermeisterin Marlies Smeets dem 1. Chef Peter
Bocks am 12. Februar 1998 das Bundesverdienstkreuz.
Im
Jahre 1999 stellte dann der 2. Chef Hermann Becker, mit einem
von ihm und dem Kameraden Alois Kaspers aus der Gesellschaft 2.
Grenadiere erarbeiteten Entwurf einer Vereinsstandarte in einer
erweiterten Vorstandssitzung vor. Nach eingehenden Beratungen
über das Für und Wider und der Finanzierung dieser Standarte,
einigte man sich in der Generalversammlung dahingehend, nachdem
auch eine Spende über 1.000,00 DM vom Ehrenchef Werner Jeuck
gemacht wurde, dass jedes Vereinsmitglied 15,00 DM zahlt um die
Anfertigung zu gewährleisten.
Die
Standarte wurde von Frau Wilma Ingendae aus Kempen hergestellt
und am 22. Januar 2000 im Zuge unseres Patronatsfestes durch Pastor
Hubert Clement geweiht. Taufpaten waren Ehrenchef Werner Jeuck
und Helga Becker, die Gattin des 2. Chefs. Damit ging ein lang
gehegter Wunsch des 2. Chefs in Erfüllung. Leider konnte
Fahnenpate Werner Jeuck den ersten offiziellen Auftritt der neuen
Standarte
nicht mehr erleben. Er verstarb am 26. Mai 2000 im Alter von fast
76 Jahren.
Am
13. Januar 2000 war es dann soweit. Nach langer Bemühungen
und Verhandlungen, gründete sich in unserem Verein eine reine
Damenkompanie unter dem Namen "Diana 2000". Erste Gesellschaftsführerin
wurde Gabriele Peltzer.
Das Jahr 2000 stand dann ganz im Zeichen unseres 75jährigen
Jubiläums. Es waren wieder vielerlei Aktivitäten geplant.
So sollte, wie im Jahre 1985 wieder eine Ausstellung über
das Vereinsleben und anderen Aktivitäten in einer Bilder-Exponatesshow,
die Bevölkerung informiert werden. An der Ausstellungseröffnung
nahm auch Oberbürgermeister Joachim Erwin teil. Sieben Gesellschaften
konnten im Jahre 2000 ebenfalls ihr 75jähriges Bestehen feiern.
Es waren dies die Gesellschaften 1. Grenadiere, Wilhelm Tell,
Reitercorps, Hubertus, 1. Jäger, Lützow Jäger und
Jäger-Halbusch.
In
der Herbstgeneralversammlung am 25.10.2001 wurden, bedingt durch
die Währungsumstellung ab 01. Januar 2002 von DM auf Euro,
die Vorraussetzungen für die reibungslosen Beitragszahlungen
festgelegt. Ferner sollte der Neuzeit Rechnung getragen werden
und die Statuten des Vereins ebenfalls geändert werden. So
setzt sich in Zukunft der neue Vorstand in den geschäftsführenden
Vorstand und dem Hauptvorstand zusammen, wobei nur noch fünf
Personen dem geschäftsführenden Vorstand angehören
und im Vereinsregister eingetragen werden. Ebenfalls wurde beschlossen,
in Zukunft nur noch eine Generalversammlung und zwar im Frühjahr
abzuhalten.
Wie
bereits in der Herbstgeneralversammlung 1998 angekündigt,
kandidierten 1. Chef Peter Bocks, der 2. Chef Hermann Becker und
Oberst Wilhelm Herrforth nicht mehr für Ihre Ämter an,
sodass eine Neuwahl für diese Ämter unbedingt erforderlich
war. Neuer 1. Chef wurde Hans-Reiner Schatten (Gesellschaft Wilhelm
Tell), sein neuer 2. Chef wurde Marc Lorisch (Gesellschaft Wilhelm
Tell). Christoph Groth wurde als neuer Oberst des Regimentes gewählt
(Gesellschaft Tambourcorps).
Wie
bereits im Vorfeld erwähnt, hatte sich der Schützenverein
bei der Aufstellung des Bebauungsplanes im Schützenplatzbereich,
auch eine Stelle für die Errichtung eines Schießstandes
ausweisen lassen. Im Jahre 2002 konnten wir durch Vermittlung
zwei gebrauchte Container erwerben, die vom neuen 1. Chef gestiftet
wurden. Die Grundstücksteile, auf dem die beiden Container
errichtet werden sollten, waren in einem fürchterlichen Zustand
und mussten schnellstens provisorisch für die Aufstellung
der Container hergerichtet werden. Damit war der Anfang gemacht.
Man wollte natürlich mehr und zwar wieder einen eigenen Schießstand.
Zunächst setzte man sich mit einem vereidigten Sachverständigen
in Verbindung, um gesetzlichen und polizeilichen Auflagen zu erfahren
und Vorschläge zu erarbeiten.
Der
von dem Gutachter erstellte Vorschlag fand allgemeinen Anklang
im Vorstand und sollte zu dem Zeitpunkt als einmalig in NRW gelten.
Nun galt es zu rechnen um die Kosten zu ermitteln. Auch dieses
Thema konnte gelöst werden. Die Mitglieder zahlten für
zwei Jahre pro Monat zwei Euro, sodass nun die Baupläne erstellt
und die Genehmigung beim Bauamt bzw. der zuständigen Polizeibehörde
gestellt werden konnte.

Am 23. Mai 2003 wurde dann im Beisein der Presse und des Vorsitzenden
der Bezirksvertretung 9 Leo Schuth, die übrigens 1.000 Euro
Zuschuss gab, der Grundstein gelegt. Man hatte sich vorgenommen
bis zum Schützenfest 2003 mit den Arbeiten fertig zu werden,
was dann auch gelang. Unter Teilnahme vieler Prominenz aus Politik
und Verwaltung sowie der benachbarten Vereine wurde der neue Schießstand
am 30. August 2003 durch Pastor Hubert Clement geweiht und durch
den 1. Chef Reiner Schatten eröffnet, wobei erstmals der
Südpokal der benachbarten Vereine ausgeschossen wurde.
Am
30. April 2003 fand erstmals in Holthausen, der von den Jungschützen
organisierten "Tanz in den Mai", in den Grünanlagen
des Kamper Acker statt. Bedingt durch Meinungsverschiedenheiten
innerhalb der Gesellschaft Lützow Jäger traten einige
Mitglieder aus und gründeten eine neue Gesellschaft mit dem
Namen "Andreas Hofer". Die Gründungsversammlung
fand am 05. März 2004 in Anwesenheit des ersten Chefs statt.
Gesellschaftsführer ist Ulrich Römer.
Aber
auch die Jungschützen des Vereins waren nicht untätig.
Der Vorstand der Jungschützen-Holthausen hatten die Idee,
gemeinsam mit dem 2. Chef Marc Lorisch, mehr Struktur in das Zusammenleben
der Jungschützen zu bringen. So setzte sich der 1. Jugendvertreter
Christian
Stein, sich mit seinen Vorstandskameraden Heike Strauch (2. Jugendvertreterin),
Torsten Brzuska (Kassierer), Jörg Rosenhagen (1. Schriftführer)
und Susanne Dalhoff (1. Schießleiterin) zusammen, um Ideen
zu sammeln. Fest stand bereits, dass die Jugendlichen, die bereits
einer anderen Kompanie angehören, auch weiterhin den Verpflichtungen
Ihrer Kompanie nachkommen sollen.
Am
07. März 2004 war es dann soweit. In Anwesenheit des 1. Chefs
Reiner Schatten, 2. Chefs Marc Lorisch, 2. Schriftfüher Michael
Preuß und des Oberst Christoph Groth wurde eine reine Jungschützen-Kompanie
mit 22 aktiven Mitgliedern ins Leben gerufen. Erster Jugendhauptmann
wurde Christian Stein. Im Jahre 2005 kann die Kompanie bereits
31 Jungschützen zählen.

In
den 80 Jahren unseres Bestehens haben sich die Zeiten auf der
Welt vielfältig verändert, und das nicht immer zum Guten.
Mögen in Zukunft die Völker friedlich miteinander leben,
sodass wir unserer herrlichsten Nebensache der Welt nachgehen
können.
Die überarbeitete Chronik soll den jungen Mitgliedern und
der Holthausener Bevölkerung zeigen, mit welchen Schwierigkeiten
der Verein manchmal zu kämpfen hatte und soll Ansporn sein,
dass Schützenwesen unter der Prämisse "Glaube,
Sitte, Heimat" am Leben zu erhalten.
|